Thomas Koch

Funktion vor Ästhetik

In der Rekonstruktiven Ästhetischen Zahnmedizin steht die Wiederherstellung der Funktion des Kiefers im Fokus. Mit diesem Ansatz steht sie im Zentrum aller zahnmedizinischen Disziplinen. Je nach Befund, wird zur Rehabilitation beispielsweise eine Brücke zur Kieferorthopädie, Oralchirurgie oder zur Prothetik geschlagen. Ferner werden zur Behandlung von weitreichenden Kiefergelenksproblemen  sogar Fachbereiche außerhalb der Zahnmedizin, wie Orthopäden, Logopäden und Physiotherapeuten hinzugezogen. Das Ziel ist, unter ganzheitlicher Betrachtung des Körpers und auf Basis modernster zahnmedizinischer Erkenntnisse eine langfristige Beschwerdefreiheit zu erreichen. Jeder Patient, ganz gleich, ob er eine funktionelle Störung aufweist oder lediglich mit einem ästhetischen Anliegen vorstellig wird, durchläuft in der Erlenbusch-Praxis den gleichen Kreislauf, der stets bei der Funktionsanalyse beginnt. Nur so führen wir Sie zuverlässig zurück zum richtigen Biss.

THOMAS KOCH – IHR ZAHNARZT

Aus einer Arztfamilie stammend war die  Medizin seit jeher die Berufung von Zahnarzt Thomas Koch, der nach dem Abitur eine Ausbildung zum Rettungsassistenten beim DRK absolvierte, später Zahnmedizin an der Philipps- Universität Marburg studierte und mit dem Staatsexamen abschloss.

Anschließend arbeitete der heute zweifache Familienvater als Assistenzzahnarzt in verschiedenen Praxen und ließ sich 2002 in der überregional bekannten und geschätzten Gemeinschaftspraxis z-point in Unna als Partner nieder.

Im Laufe seiner beruflichen Laufbahn spezialisierte sich Thomas Koch auf die Bereiche Ästhetische Zahnheilkunde, Parodontologie, Funktionsdiagnostik sowie Komplexe Prothetische Restaurationen und Bissneugestaltungen. Mit der Übernahme der Erlenbusch Praxis verlässt er nun das Ruhrgebiet und schlägt in Münster mit viel Engagement, Leidenschaft und Begeisterung ein neues Kapitel seiner medizinischen Laufbahn auf.

Funktionsanalyse mittels Zebris (Schütz Dental)


Die instrumentelle Funktionsanalyse umfasst Verfahren, die den Funktionszustand des Kiefergelenkes messtechnisch erfassen, ihn beschreiben und analysieren. Die Systeme ermöglichen eine simultane dreidimensionale Registrierung der Unterkieferbewegung und der Kiefergelenkführung. Der Aufzeichnung von Unterkieferbewegungen kommt eine diagnostische, befundorientierte wie auch therapieplanende und den Therapieverlauf dokumentierende Bedeutung zu.

Instrumentelle Verfahren richten den Blick auf das funktionelle Zusammenspiel der Kiefermuskeln, die den Unterkiefer aktiv bewegen. Sie erfassen primär den koordinierten Bewegungsablauf der möglichen Bewegungsbahnen (Kinematik). Dabei wird der Patient aufgefordert, die Bewegungsbahnen selbst aktiv und gezielt „an die Grenze“ der Bewegungsmöglichkeit zu führen. Alle Bewegungsbahnen wie Protrusion (max. Vorschub), Laterotrusion (max. Seitwärtsbewegung), Retrusion (max. Rückwärtsbewegung), sowie die maximale Mundöffnung werden aufgezeichnet. Genaueren Aufschluss über die Bewegungskapazität geben Grenzbewegungsdiagramme – „Posselt-Diagramm“ in der Sagittal- und Frontalebene. Beim frontalen Posseltdiagramm wird insbesondere auf die Rechts-Links-Symmetrie geachtet. Ausgeprägte Asymmetrien sind Ausdruck funktioneller Limitation, deren Ursache nachzugehen ist.

In unserer Praxis erfolgt die Kiefergelenksregistrierung mit Zebris-JMA-Messystem. Zebris ist ein strahlungsfreies, ultraschallbasiertes System, das über einen Gesichtsbogen und eine Schablone am Unterkiefer des Patienten befestigt wird. Die Aufzeichnung der Bewegungsräume erfolgt in mehreren Schritten, die interaktiv gesteuert werden.


Mit freundlicher Unterstützung von Schütz Dental



KORREKTUR DER BISSLAGE

In unserer immer älter werdenden Gesellschaft leiden viele Menschen unter abradierten oder erodierten Zähnen, die entweder aufgrund mechanischer Reibung oder durch den Kontakt mit Säuren entstehen. Wenn sich kleine, muldenförmige Defekte auf den Kauflächen oder flächen-förmige Defekte an den Außenflächen der Zähne bemerkbar machen, kann es sich um Erosionen handeln. Im fortgeschrittenen Stadium können eine Temperaturempfindlichkeit und Verfärbungen auftreten. Manchmal erscheinen die Schneidekanten durchscheinend oder kürzer. Im weiteren Verlauf können die Zähne wie „abgeschmolzen“ aussehen. Wird eine umfangreiche Veränderung der Zahnoberflächen nicht therapeutisch behandelt, können daraus Störungen der Phonetik und der Kaufunktion im stomatognathen System resultieren sowie Kiefergelenksbeschwerden ausgelöst werden. Um die Rehabilitation eines solch stark erodierten oder abradierten Gebisses zu gewährleisten, verfolgen wir in der Erlenbusch-Praxis ein System in 4 Schritten, das – wie eingangs beschrieben – bei der Funktionsanalyse beginnt.

WAX-UP UND MOCK-UP

Der Begriff Mock-Up stammt aus dem englischen Sprachraum und kann etwa mit „Attrappe“ oder „Vorführmodell“ übersetzt werden. Es handelt sich dabei um ein im richtigen Maßstab angefertigtes Modell, das zu Präsentationszwecken eingesetzt wird. Dazu wird zunächst ein Abdruck des betroffenen Kiefers und der darin sitzenden Zähne erstellt, der als Matrix für ein Modell des Kiefers aus Wachs dient, das so genannt Wax-Up. Dieses wird im Labor auf ein Gipsmodell übertragen, an dem der Zahntechniker sowohl die Zahnform, die Stellung der Zähne und andere relevante Einflussgrößen erkennen kann. Im Zahnlabor wird die im Wachsmodell ermittelte Zahnform provisorisch auf zahnfarbene Kunststoffschalen übertragen, die anschließend vom Zahnarzt auf die betroffenen Zähne aufgesteckt werden. So können Patient, Zahnarzt und Zahntechniker Form und Sitz perfekt justieren und anpassen.



LANGZEITPROVISORISCHE VERSORGUNG

Damit der Behandlungserfolg komplexer Rehabilitationen vorhersagbarer wird, kann nach vorheriger Schienentherapie eine bis zu einjährige Zwischenversorgung mit Langzeitprovisorien, das heißt Tabletops auf den Kauflächen, zum Einsatz kommen. Sie dienen ebenso zur Bisshebung bei Bisslageänderungen und zur Wiederherstellung eines adäquaten statischen und dynamischen Kieferschlusses. Die CAD/CAM-gefertigten Tabletops werden aufgetragen verklebt, so dass der Patient die neue Situation funktionell und ästhetisch testen und den Behandlungserfolg im Vorfeld verifizieren kann. Die Bisslageänderungen kann man auch dadurch erzielen, indem nur ein Kiefer, entweder Ober- oder Unterkiefer, versorgt wird. Die Entscheidung, nur einen Kiefer zu rekonstruieren, wird von einer vorherigen funktionellen und ästhetischen Analyse der Ausgangssituation sowie von den vorhandenen, intakten Restaurationen beeinflusst. Unter ästhetischen Gesichtspunkten sind die Übergänge zwischen den Tabletops und der natürlichen Zahnhartsubstanz im Unterkiefer weniger auffällig als im Oberkiefer. Die langzeitprovisorische Versorgung kann durch die CAD/CAM-Technik qualitativ hochwertig zu wirtschaftlichen Bedingungen hergestellt werden. Sie sind einer klassischen Schienentherapie klar überlegen, da sie „rund um die Uhr“ in Funktion bleiben und die neuen Zahnproportionen und das angestrebte Biss-Konzept „Probe gefahren“ und gegebenenfalls modifiziert werden können.

DEFINITIVE VERSORGUNG

Ist nach der langzeitprovisorischen Versorgung eine ideale und beschwerdefreie Bisslage gefunden worden, wird entweder seitenweise, kieferweise oder quadrantenweise saniert. Wir legen großen Wert darauf, diesen Prozess partnerschaftlich mit dem Patienten durchzuführen und uns dabei an den Vorlieben und der jeweiligen Konstitution zu orientieren. Die definitive Versorgung, zum Beispiel mit glaskeramischen Einzelzahnrestaurationen, kann konventionell mit der Presstechnik oder mit der CAD/CAM-Technik erfolgen. Im Normalfall werden bei der CAD/CAM-Technik die Datensätze der langzeitprovisorischen Tabletops für die Konstruktion der vollkeramischen Kauflächen verwendet. Sind im Rahmen der provisorischen Versorgung Korrekturen erforderlich gewesen, dient ein abschließendes Situationsmodell als Vorlage für die definitive Endversorgung.