Thomas Koch

Systematische Parodontitis-Therapie

Die Parodontitis wird im Volksmund auch Parodontose genannt. Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete entzündliche und chronische Erkrankung des Zahnhalteapparates. In der Erlenbusch Praxis führt unser geschultes Personal eine systematische Parodontitis-Therapie auf dem neuesten Stand der Technik durch. Dabei kommt neben dem innovativem System „PA-Konzepte“ auch unser hochmoderner Fotona-Laser zum Einsatz. Federführend verantwortlich für die systematische Parodontitis-Therapie ist unsere Dentalhygienikerin Jessica Wenzel, die sich im Laufe ihrer Karriere auf das Fachgebiet Parodontologie spezialisiert hat. Von der Vorsorge über die Befundung und Therapie bis hin zur Nachsorge bietet unsere ganzheitliche Parodontitis-Therapie sehr gute Heilungschancen – auch bei schwerwiegenderen Fällen.

 

Parodontitis - Wie entsteht sie?

Bei einer Parodontitis ist der Zahnhalteapparat – und nicht etwa der Zahn selbst - chronisch erkrankt. Hauptursache der weit verbreiteten Erkrankung ist eine nicht optimale Mundhygiene, bei der schädliche Bakterien dauerhaft im Mundraum verbleiben. Viele Patienten entwickeln trotz einer subjektiv als gewissenhaft und gründlich empfundenen Mundhygiene eine Parodontitis an mit der Zahnbürste schwer erreichbaren Stellen. Dazu zählen neben den Seitenzähnen vor allem auch die Zahnzwischenräume, deren tägliche Pflege oftmals vernachlässigt wird.

Werden bakterielle Beläge an diesen Stellen nicht hinreichend gründlich entfernt, entsteht mit der Zeit zunächst eine Zahnfleischentzündung. Diese äußert sich durch ein angeschwollenes, rotes und oftmals blutendes Zahnfleisch. Zudem entstehen im Zahnfleisch sogenannte Pseudo-Taschen, in denen sich die Bakterien weiter vermehren können. Die Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf den Bakterienbefall. In diesem Stadium ist die beginnende Gingivitis noch vollständig rückführbar. Daher gilt: Bei Zahnfleischbluten sollte man sofort den Zahnarzt aufsuchen.

Werden die bakteriellen Beläge weiterhin nicht professionell entfernt, entwickelt sich die eigentliche Parodontitis. Die Bakterien zersetzen das Zahnfleisch zunehmend und es bilden sich echte Zahnfleischtaschen. In diesem Stadium ist die Parodontitis weiterhin gut therapierbar, jedoch nicht mehr vollständig rückführbar. Im weiteren Verlauf der Erkrankung bildet sich das Zahnfleisch immer weiter zurück und die Zahnhälse und schlimmstenfalls sogar die Zahnwurzel werden freigelegt. Unbehandelt führt eine Parodontitis in der Regel langfristig zum Zahnverlust.

Jessica Wenzel – Unsere Dentalhygienikerin

Jessica Wenzel absolvierte 1995 ihre Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Von Beginn an lag ihr persönlicher Interessenschwerpunkt auf der Dentalhygiene. So ließ sich die heute 40-Jährige 2009 bei der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe zur zahnmedizinischen Prohphylaxe-Assistentin weiterbilden.

2016 folgte dann nach vielen weiteren Jahren Praxiserfahrung die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin und ebenfalls die TÜV-Zertifizierung als Prophylaxe-Managerin.

Seit Oktober 2017 ist sie nun in der Erlenbusch Praxis tätig, um ihr geballtes Fachwissen rund um die Dentalhygiene in den Dienst unserer Patienten zu stellen.

Eine Erkrankung – Vielfältige Folgen


Eine Parodontitis gefährdet nicht nur die Zähne, sondern hat vielfältige schädliche Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Da es sich um eine Entzündung handelt, können die Bakterien durch die Blutzirkulation in den gesamten Organismus gelangen und dort weiteren Schaden anrichten. Mögliche Folgen sind unter anderem ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, ein höheres Schlaganfallrisiko sowie ein vermehrtes Auftreten von Früh- und Fehlgeburten. Zudem sind auch negative Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes Mellitus medizinisch nachgewiesen. Die weite Verbreitung der Parodontitis ist unter anderem auf die leichte Übertragbarkeit zurückzuführen. Über den Speichel gelangen die schädlichen Bakterien in den Organismus von Kindern und Partnern. Aufgrund der vielfältigen Komplikationen und der hohen Ansteckungsgefahr ist eine Parodontitis besonders gefährlich und unbedingt zu behandeln.

Diagnose – Eine umfangreiche Befundung mit neuester Technik


Am Anfang unserer systematischen Parodontitis-Therapie steht eine ausführliche Diagnostik durch unser geschultes Personal unter der Zuhilfenahme modernster zahnmedizinischer Technologie. Das moderne Diagnose-Tool „PA-Konzepte“ hat sich dabei für eine ausführliche Diagnostik in unserer Praxis bewährt. Durch das computergestützte System können wir dank Zeitersparnis eine höhere Anzahl an Patienten effizient behandeln. Da die Eingabe über ein Headset erfolgt, ist das System zudem besonders hygienisch. Ein weiterer Vorteil ist die effektive und lückenlose Dokumentation der Befunde, Prognosen und Handlungsempfehlungen, die eine maximale Rechtssicherheit für Patienten und Behandler bietet. Größter Vorteil für den Patienten ist die ausführliche und präzise Prognose, die auch eine leicht zugängliche Visualisierung der Erkrankung umfasst.

Besteht der Verdacht auf eine Parodontitis, wird in der ersten Sitzung mit einer Übersichtssonde ein erster Überblicksbefund erstellt und entschieden, ob ein Patient in unser Parodontitis-Programm aufgenommen werden muss oder nicht. Ist eine entsprechende Indikation gegeben, wird der Patient in unser Vorbehandlungs-Konzept aufgenommen, das in der Regel zwei Vorbehandlungen umfasst. Dann findet eine ausführliche Befundung mittels PA-Konzepte statt, entweder direkt beim ersten Termin oder unter Umständen im Rahmen eines zeitnahen gesonderten Termins. Dabei werden die Taschensondierungstiefen, die Rezessionen (freiliegende Zahnhälse) und etwaige Lockerungen und Furkationen gemessen. Zudem wird das Gewebe absichtlich provoziert, um einen Blutungsindex zu erstellen. Alle Befunde werden aufgezeichnet und leicht nachvollziehbar visualisiert. Anhand des ausführlichen Befunds erstellt unsere Zahnhygienikerin dann eine Prognose. Mit dem Patienten zusammen wird im Anschluss ein individuelles und optimales Mundhygiene-Programm erstellt, das alle wichtigen Elemente wie die Putztechnik, Interdentalpflege, ein Fluoridprogramm und eine Ernährungsberatung umfasst. Denn bei der Parodontitis-Therapie gilt: Nur wenn der Patient mitarbeitet, kann sich ein langfristiger Erfolg einstellen. Nach der Befundung steht eine professionelle Zahnreinigung an, bei der alle Beläge, Zahnstein und Verfärbungen oberhalb des Zahnfleisches entfernt werden.

Bei einem weiteren Termin, der etwa eine Woche nach der Diagnose stattfindet, werden dann Röntgenbilder erstellt sowie der Antrag für die Krankenkasse ausgefüllt und auf den Weg gebracht. Der mit Abstand überwiegende Teil der Anträge auf eine Parodontitis-Therapie wird von den Krankenkassen bewilligt. Zum Schluss erfolgt nochmal eine Feinreinigung mit Kontrolle des Übungserfolges.

 

Therapie – Die Grundreinigung für den Mund

Die eigentliche Parodontitis-Therapie wird bei einem weiteren Termin unter Lokalanästhesie durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Full-Mouth-Disinfection, einer gründlichen Taschenreinigung, die es zum Ziel hat, die schädlichen Bakterien restlos zu entfernen.

Zunächst wird das komplette Gebiss durch den Zahnarzt betäubt. Der Patient spült dann mit einer Desinfektionslösung den Mundraum. Mit einem Schall- und/oder Ultraschallscaler verrichtet unsere Dentalhygienikerin dann die minimalinvasive Vorarbeit. Alle Zahnfleischtaschen werden dabei gereinigt und etwaig vorhandene Konkremente, also hart gewordene Beläge, werden gründlich entfernt. Anschließend werden die Wurzeloberflächen der betroffenen Zähne mit sogenannten Küretten geglättet, um eine Neubesiedelung durch Bakterien zu verhindern. Bei Küretten handelt es sich um unterschiedlich gewinkelte Handinstrumente. Nach etwa eineinhalb Stunden endet der erste Teil der Behandlung mit dem erneuten Spülen.

Im zweiten Therapie-Teil kommt ein Pulver-Wasserstrahl-Gerät zum Einsatz, um den verbliebenen Biofilm unterhalb des Zahnfleischs mit einem sehr feinen Pulver zu zerstören. Nun greift auch erneut der Zahnarzt ins Geschehen ein und desinfiziert die Zahnfleischtaschen abschließend mit unserem Fotona-Laser. Dabei werden sämtliche Bakterien restlos abgetötet. Die eigentliche Behandlung ist hiermit abgeschlossen.

Nachsorge - Damit die Parodontitis nicht wiederkehrt


Da die Parodontitis eine chronische Erkrankung ist, kann sie wieder aufflammen. Neben einer gründlichen Therapie ist daher auch eine intensive und individuelle Nachsorge Pflicht. Nach der eigentlichen Parodontitis-Behandlung stehen vier wöchentliche Nachkontrollen mit einer jeweils etwa 15-minütigen Politur an. Nach zehn Wochen wird im Rahmen einer Neubeurteilung dann die komplette Befundung wiederholt. Ist der gewünschte Behandlungserfolg eingetreten, werden Termine für die Nachreinigung, in der Regel im Abstand von je drei Monaten, festgelegt. In seltenen Fällen ergibt die erneute Befundung jedoch auch, dass eine offene Parodontitis-Therapie durch den Zahnarzt durchgeführt werden muss. Durch die hohe Effektivität sind solche Rückfälle jedoch selten geworden.

Neben den notwendigen Nachkontrollen und regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen ist auch eine langfristige Umstellung der Hygienegewohnheiten des Patienten Teil unserer systematischen Parodontitis-Therapie. Im Rahmen eines individuellen Mundhygiene-Instruktionsprogramms geben wir unseren Patienten konkrete Hilfestellungen und Anleitungen mit auf den Weg und bleiben jederzeit ansprechbar. Sollten andere Erkrankungen oder der gesundheitliche Allgemeinzustand die tägliche Mundhygiene erschweren, koordinieren wir hierfür das notwendige Pflegepersonal.